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Bitterer Start in die Finalrunde
von Marco Wyttenbach
Die Geschichte ist relativ schnell erzählt. Bereits zu Beginn der Besammlung kamen die ersten Entschuldigungen "ich bin krank" oder "ich bin nicht fit". Das FU17 muss noch lernen, dass man nicht im Vornherein nach Ausreden suchen muss, weil das eigentlich nur zeigt, dass man nicht an die eigenen Chancen glaubt. Viel toller wäre es, wenn man mal hören würde "Mädels, heute geben wir alles und wir wollen gewinnen". Natürich schwierig ohne Goalie, auch wenn es "nur" Wil war.
Das Spiel begann mit der Herausforderung, wie man ein Team motiviert, das sieben Feldspielerinnen auf dem Feld hat, eine davon im Tor. Dass das nicht gelang, zeigt sich im Pausenresultat von 1:13. Zwar wurde der Spielfluss durch eine geschickte taktische Massnahme etwas behindert, aber die Defensive war auch nie das Problem der Limmattalerinnen. In der Offensive klappte in der Halbzeit praktisch nichts und wenn doch, war die Torhüterin der St. Gallerinnen auf dem Posten. Michelle kämpfte beherzt und hatte mehrere gute Abschlussversuche vom linken Flügel, scheiterte aber immer am Torhüter oder der Torumrandung. Ein Wurf aufs gegnerische Tor war sowieso Mangelware, weil zwei Drittel aller Angriffe in technischen Fehlern aufgingen. Immerhin hielt Bettina im Tor hervorragend und zeigte mehrere sehr gute Paraden.
Die Limmatwaves beschlossen aber in der Pause, dass sie zumindest die zweite Halbzeit gewinnen wollten. Und wie so immer war die Leistung in der zweiten Halbzeit um ein mehrfaches besser als in der ersten. Plötzlich lief der Ball, die Spielerin und die Chancen ergaben sich sofort. Und sofort war die Partie ausgeglichener. Casy, die Bettina im Tor abgelöst hatte, stand ihr in nichts nach und hielt ihre Mannschaft nach Möglichkeit im Spiel. Das klappet so gut, dass in der zweiten Halbzeit lange Zeit 5:7 stand und die Limmattalerinnen nur noch schwer zu bremsen waren. Nicht weniger als sechs Siebenmeter gab es in der zweiten Halbzeit für die Dietikerinnen - und nur der letzte davon konnte verwertet werden. Vermutlich denken auch die Schützen oft "ich weiss nicht, wohin ich werfen soll". Besser wäre der sehr einfache Gedanke "den zimmere ich jetzt rein", dann klappts auch. Immerhin endete die zweite Halbzeit mit dem massiv besseren Resultat von 8:12, aber an der Niederlage änderte sich nichts.
Dass sich beim Handball sehr viel im Kopf entscheidet (wie übrigens in sehr vielen anderen Sportarten und Lebenslagen auch), scheint das FU17 noch nicht zu wissen. Annegret, die Neuverpflichtung mit einer Doppellizenz vom BSV Wettingen, die ihre Aufgabe sehr ansprechend löste und gleich im ersten Spiel ihr erstes Tor warf, traf den Nagel auf den Kopf, als sie meinte, dass die positive Energie in diesem Team zwar vorhanden sei, aber weder vor, noch während dem Spiel spürbar herausgelassen werde. Dem kann der Trainer nur beipflichten. Das Training wird sich in den kommenden Wochen auch auf den Kopf und den Willen, ein Tor zu machen, konzentrieren. Wie man das macht, zeigte heute unter anderem Sabi mit einer tollen Leistung am linken Flügel. Irgendwann hören wir bestimmt ein "Mädels, heute geben wir alles und wir wollen gewinnen", dann gehen auch die Siebenmeter plötzilch rein.
KTV Wil Kathi - Limmatwaves 25:9 (13:1)
Limmatwaves: Bettina (3/1;1.-30.), Gina (2), Rebi, Linda, Michelle, Annegret (1), Livia (3), Sabi, Casy (31.-60.)
Bemerkungen: Limmatwaves ohne Blini, Rumer, Arlinda, Seraina, Manu, Moni, Selina, Katja, Sabrina, Lara; Limmatwaves verwerfen sechs Penalties, fünf davon in der zweiten Halbzeit; Mägi als Assistenztranier zum ersten Mal dabei
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