News

Das Versprechen nicht gehalten

von Luzi Tiefenauer

Daniel Imhof und der HCDU stehen am Abgrund.bier
Daniel Imhof und der HCDU stehen am Abgrund.bier

Nach fünf Minuten schien es undenkbar, dass die Limmattaler das 1.-Liga-Abstiegsrundenmatch in Winterthur verlieren würden. In der Folge zollten sie dem hohen Tempo Tribut.

Er klopft sich auf die Brust wie ein Gorilla und schreit seine Emotionen heraus. Dietikon-Urdorfs Raphael Guitton hat am gegnerischen und eigenen Kreis geschoben, geschossen und gekämpft, und so massgeblich zum eindrucksvollen Start seines Teams beigetragen. 5:0 auswärts gegen die Seen Tigers nach fünf Minuten. Das letzte Tor ein Augenschmaus: Claude Bruggmann lanciert nach einem abgewehrten Angriff der Winterthurer den linken Flügelspieler Christian Hilkinger mit einem Zuckerpass – der Deutsche trifft mit einem perfiden Lupfer aus dem Handgelenk. Die Anfangsphase des HCDU ist ein Versprechen an die mitgereisten Fans und den neuen Trainer Karsten Hackel (siehe Box): Ein grosser Schritt in Richtung Klassenverbleib. Das Team sollte das Versprechen nicht halten.

So fulminant sie gestartet waren, 
so frappant bauten sie ab. Mit zwei aufeinanderfolgenden Strafen – Stefan Galli sah nach einer «Notbremse» rot – brachten sie die Winterthurer zurück in die Partie. In der 24. Minute war das Skore erstmals seit dem Anpfiff ausgeglichen (10:10). Der HCDU biss sich in der Folge nochmals in die Begegnung, ging mit zwei Treffern in Führung. Doch er verspielte den Vorsprung bis zur Halbzeitpause wieder (13:13).

Nach dem Seitenwechsel wurden die ausgepumpt wirkenden Gäste eine Viertelstunde lang vorgeführt. Nach dem 20:15 und dem verletzungsbedingten Ausfall von Luzi Tiefenauer brauchten sie einen Mutmacher. Er kam: Fabian Ammann parierte einen Siebenmeter. In der 52.  Minute traf Philipp Wallisch zum 21:21. Die Dramatik für die Schlussphase war da. Nach dem 23:22 traf der oft glück lose HCDU-Spielertrainer Claude Bruggmann den Pfosten – der sechste Schuss der Gäste ans Gehäuse in der zweiten Halbzeit (55.). Ins Tor traf anschliessend nur noch ein Limmattaler: Wallisch, zum 24:23. Sekunden vor Schluss scheiterte er hingegen am starken Torhüter Adrian Inauen.

Der Österreicher Wallisch hatte im vergangenen November nach einer knappen Niederlage gegen Romanshorn erklärt: «Gut spielen und trotzdem verlieren – so steigt man ab.» Ein Satz, der ihn jetzt wieder einholt. Dank der Tatsache, dass drei statt wie geplant nur zwei Teams der Sechsergruppe in der 1.  Liga verbleiben, bedeutet die zweite Pleite im dritten Match noch nicht das Ende. Sie bedeutet, dass dem HCDU noch eine letzte Chance bleibt, wenn er dies letzten beiden Begegnungen mit Langenthal und Malters gewinnt.

 
VON RAPHAEL BIERMAYR

Zurück

Einen Kommentar schreiben