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F1: auswärts auf Touren gekommen

von Marco Wyttenbach

Die Strasse entlang dem linken Seeufer gleicht einer grossen Baustelle. Alle paar hundert Meter eine neue aufgerissene Strasse und dann noch der Weg dazu an einem ungewöhlichen Spieltag: Freitag abend. Aber janu, zehn Spielerinnen des HCDU waren ready, dazu zwei Verletzte auf der Bank, die den Weg extra auf sich nahmen obwohl sie keine Sekunde spielen konnten. Teamgeist eben. Und was sie sagen war ein durchschnittlicher HCDU, der dem Gegner dennoch überlegen war.

 

Das F1 legte gut los, aber ungeduldig. Die ersten Angriffe waren zu hastig, dafür konnte die Laufschwäche des Heimteams gut ausgenutzt werden. Bereits beim Stand von 3:1 aus Sicht der Limmattalerinnen zeigte sich, dass heute eine stabile Leistung genügen sollte, um zwei Punkte zu entführen. Die zwar bemühten Gastgeberinnen waren entweder zu limitiert oder Sami machte die besten Chancen gleich zunichte mit tollen Paraden. Eve lief dafür nach fünf Minuten für kurze Zeit auf Notstrom, weil sie die hinten eroberten Bälle gleich selber im Einzelgegenstoss verwertete. Eben diese Eve wünschte sich nach dem Spiel eine Erwähnung im Matchbericht - wir kommen noch dazu weshalb. Trotz der verletzten Stamm-Kreisläuferin Karin setzte man sich zuerst gegen das 5:1, danach gegen das 6:0 von Meilen gut durch. Zwar zeigten sich ein paar Stellungsfehler aus dem Spiel gegen Albis auch in diesem Spiel, sie wurden aber nicht so konsequent bestraft wie letzte Woche. Beim Stand von 10:4 nahm der HCDU merklich etwas Tempo und Konzentration aus dem Spiel - eher zum Ärger der Trainer als auf deren Anweisung. Meilen/Stäfa schaffte es in dieser Phase wieder, etwas besser ins Spiel zu kommen und lag plötzlich nur noch mit 12:9 zurück. Diesmal reagierte das F1 aber und legte die Energie statt auf die Zickereien der Gegner oder den Unparteiischen wieder aufs Handball. Zahlreiche Chancen wurden wieder erarbeitet, hinten griff man wieder konsequenter zu und ging mit einem verdienten 15:11 in die Pause.

 

Nach der Pause hatte der Gastgeber seine stärksten zehn Minuten der Partie. Plötzlich war die Chance da, wieder auf zwei Tore zu verkürzen, ehe die Defensive sich auf die quirlige Blondine auf seiten von Meilen eingestellt hatte und wieder davonziehen konnte. Besonders schön zu beobachten war, dass das F1 wirklich auf jeder Position gefährlich war und so jede Verteidigerin nach Belieben unter Druck setzen konnte. Schwachstellen wurden mehr oder weniger konsequent genutzt und der Vorsprung lag rund zehn Minuten vor dem Ende bei neun Toren. Jetzt begannen die Experimente in der Defensive und die Konzentration im Angriff liess wieder etwas nach. So gingen eine Hand voll eroberte Bälle gleich wieder verloren, die man im neuen System erobern konnte und Sami liess sich zweimal kalt erwischen, obwohl sie völlig richtig stand. Passieren konnte sowieso nichts mehr, insbesondere als Evelyne mit dem 30. Treffer für den HCDU warf - gleichbedeutend mit dem ersten Sieg diese Saison mit 30 oder mehr Treffern. Das war eine tolle Rehabilitation für die schwache offensive Vorstellung gegen Albis, als nur gerade 20 Törchen resultierten. Eben diese Evelyne glänzte sowieso mit ihren acht Treffern aus verschiedenen Situationen inkl. Gegenstösse. So oder so glänzte aber das Team. Es ging keine Spielerin ohne Tor vom Feld und auch die selten zum Einsatz kommenden Spielerinnen konnten sich sehr gut in Szene setzen und ihre Tore markieren. Am Ende stand es verdient 30:22 für den HCDU und der gegnerische Trainer hielt seinen Spielerinnen gleich eine Standpauke. Sie gingen leer aus und müssen in den ausstehenden drei Partien auf Punkte hoffen um dem Abstieg zu entkommen.

 

Das F1 trat souverän genug auf, um den zweiten Auswärtssieg diese Saison zu holen. Bereits nächste Woche gehts weiter gegen Albis im Cup. Dort muss noch einmal etwas mehr Leistung kommen, um wirklich in den Halbfinal des ZV-Cups einziehen zu können. Gut daran ist, dass der HCDU diese Saison zuhause noch ungeschlagen ist und das auch bleiben will.

 

SG Meilen / Stäfa - HCDU F1 22:30 (11:15)

F1: Sami (1.-60.), Eve, Be, Martina B, Martina D, Steffi D, Lorena, Livia, Kat, Astrid

Bemerkungen: Martina B (2) und Eve (1) verwerten alle Siebenmeter, Sami hält einen Siebenmeter; Steffi B und Karin N verletzt auf der Bank, Sybil auf der Tribühne

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