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FU17I: Nahe dran, aber knapp vorbei (II)

von Marco Wyttenbach

Wie machts Hollywood, wenn es keine Ideen für neue Filme mehr gibt? Einfach eine Fortsetzung eines besonders unterhaltsamen Filmes. So auch das FU17I. Nach dem tollen Spiel gegen Basel, das man vor Wochenfrist nur knapp verloren hatte, gabs auch heute eine Niederlage gegen das von weit her angereiste Thun, nachdem man sich über fast 50 Minuten toll im Spiel halten konnte. Aber nicht alles war schlecht, es gab viel Ermutigendes - einfach keine Punkte.

 

Die erste Halbzeit ist schnell erzählt. Arlinda erlebte schon in den ersten 20 Sekunden, dass Thun keine Wattebällchen schmeisst: der erste Abschluss der Gäste landete voll in ihrem Gesicht. Wohlgemerkt, der Abschluss war völlig frei und trotzdem zog die Spielerin den Wurf mitten zwischen die Augen von Arlinda. Auch wenns keine Absicht war, gemäss Regeln hätte der Schiedsrichter durchgreifen müssen. Tat er aber nicht, deswegen war das Thema Schiedsrichter nach 20 Sekunden Spiel ebenfalls abgehakt. Der Gast aus Thun zeigte, dass die lange Anfahrt nicht in den Knochen steckte und gab schnell den Ton an. Insbesondere in der Defensive griffen die Berner Oberländerinnen unzimperlich zu, was zu Beginn Wirkung zeigte: die Limmatwaves fanden kein Rezept gegen die harte Defensive. Nach 15 Minuten stand es 2:6, ehe Sabi zeigte, dass sie verstanden hat, was die Aufgabe auf ihrer Position ist. Völlig überraschend versetzte sie ihren Laufweg und warf zwei tolle Tore hinereinander (eigentlich drei, eines wurde wegen Schrittfehler zu unrecht aberkannt). Das war ein kleiner Weckruf für die Limmattalerinnen und der Auftakt einer Phase, in der das Heimteam innerhalb von zehn Minuten nur ein Tor kassieren sollte. Und dennoch reichte es nicht ganz, um zum Gegner aufzuschliessen. Immerhin wurde der Abstand aber auch nicht grösser. Mit einem Rückstand von vier Toren ging es in die Pause.

 

In der zweiten Halbzeit wurde das Spiel gehässiger. Bettina liess sich etwas anzünden von den Gegnerinnen und sah sich (meist zurecht) als Opfer von nicht regelkonformen, aber ungeahndeten Verteidigungsaktionen. Das führte dazu, dass die Verteidigung der Limmattalerinnen ebenfalls besser wurde. In einer regelrechten Abwehrschlacht kämpfte sich das Team rund um die Aggressivleaderinnen Bettina und Rebi immer besser wieder ins Spiel zurück und plötzlich hatte man nach einem Hammer von Bettina nur noch einen Rückstand von drei Toren und den Vorteil von einer Spielerin mehr auf dem Feld. Und es kam noch besser: eine weitere Thunerin liess sich zu einer genügend offensichtlichen unfairen Verteidigungsaktion hinreissen, dass es gleich noch einmal zwei Minuten gab. Vier Bernerinnen gegen vier Zürcherinnen mit drei Toren Rückstand und 12 Minuten vor Schluss: das hiess "Time Out" und Lagebesprechung, weil man ganz nahe dran war. Die Taktik stimmte, aber einmal mehr sollte es nicht reichen, diesmal aber auf tragischere Weise: Rebi knallte nach einer weiteren unfairen Attacke mit dem Kopf auf den Boden und blieb liegen, Freistoss gab es deswegen aber keinen. Rebi konnte nicht mehr weiterspielen, das Team war sichtlich geschockt. Das reichte, dass die Bernerinnen auch in doppelter Unterzahl zwei Tore werfen konnten ohne dass die Limmattalerinnen skoren konnten. Damit war das Spiel gelaufen, die Limmatwaves verloren auch das Spiel gegen Thun mit 16:23.

 

Fakt ist einmal mehr, dass mit nur drei echten Aufbauerinnen kein Spiel gewonnen werden kann, auch wenn andere Spielerinnen wie die beiden Sabrinas ihre ersten Tore im Inter warfen und eine tolle Leistung zeigten. Arlinda hielt einmal mehr fast 50% aller Würfe, darunter Gegenstösse, Würfe vom Flügel und auch die genannte Abwehr mit dem Gesicht. Die Intensität und der Wille, die das FU17 heute wieder auf das Feld legen konnte, ist fantastisch, aber es reicht einfach nicht, wenn man ohne echte Alternativen im Aufbau antreten muss. Jetzt ist wichtig, dass das ganze Team positiv bleibt und sich nicht zu stark runterziehen lässt. Es stimmt sehr viel, einfach das Glück will nicht. Und die Entwicklung ist äusserst positiv: seit dem ersten Spiel im Inter ist das Team enorm reifer geworden. Diesen Prozess muss man weiter gehen.

 

 

Limmatwaves - DHB Rotweiss Thun 16:23 (9:13)

Limmatwaves: Arlinda (1.-60.); Rumer (2), Sabi (2), Blini (1), Manu, Michelle, Bettina (6/3), Rebi (2), Linda, Casy, Livia (3)

Bemerkungen: Limmatwaves ohne Gina, Seraina, Katja, Selina,  Annegret, Moni (alle Ferien)

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Kommentar von bo |

So schmerzhaft es auch für den Goalie ist, regeltechnisch gibt es genau 2 Fälle wo ein Kopftreffer geahndet (rote Karte) werden kann: 1. der Goalie beim Penalty und 2. der Verteidiger beim direkten Freiwurf. Beide dürfen sich dabei nicht (seitwärts oder auf- oder abwärts)bewegt haben.